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ensemble1800berlin

Konzert-Lesung „Es ist dafür gesorgt, dass die Bäume in den Himmel wachsen“

Mit seinem Konzertprogramm „Es ist dafür gesorgt, dass die Bäume in den Himmel wachsen“ ist das ensemble1800berlin am 5. Juni um 16 Uhr erneut bei einem Konzert im Köthener Spiegelsaal zu erleben. Bei dieser Konzert-Lesung mit Musik von Felix Mendelssohn Bartoldy, Fanny Hensel und Johann Sebastian Bach macht das auf historische Instrumente spezialisierte ensemble1800berlin das Leben jüdischer Komponisten, Komponistinnen und Schriftsteller am Beginn des 19. Jahrhunderts in Europa sichtbar. Dabei steht die Affinität der Geschwister Mendelssohn-Bartholdy zu Johann Sebastian Bach im Mittelpunkt. Kompositionen und Bearbeitungen Mendelssohns werden einem hochlebendigen Briefwechsel zwischen Fanny und Felix gegenübergestellt (Sprecher: Alexander Weise) – eine musikalische und sprachliche Entdeckungsreise zum Thema „Bach“ am Beginn des 19. Jahrhunderts.

Was ist das für eine Affinität, die Felix Mendelssohn Bartholdy für die Musik Johann Sebastian Bachs entwickelte? In annähernd 400 Briefen hat er sich zu Bach geäußert. Dass Bachs sakrales Hauptwerk, die Matthäus-Passion, welche Mendelssohn Bartholdy 1829 nach fast 100-jähriger Pause in Berlin wiederaufführte, den Komponisten ein Leben lang beschäftigt hat, ist mittlerweile bekannt. In diesem Konzert des ensemble1800berlin steht aber Bachs Kammermusik im Zentrum und wenig bekannte Arrangements, die Mendelssohn Bartholdy – wie Robert Schumann – von diesen Werken anfertigte.

Das ensemble1800berlin hat sich entschieden, die Werke Bachs auf romantischen Instrumenten zu spielen, um die intensive Beschäftigung und sukzessive Aneignung des Bachwerks durch Mendelssohn Bartholdy instrumental-akustisch erfahrbar zu machen. Das Konzert „Es ist dafür gesorgt, dass die Bäume in den Himmel wachsen“ des ensemble1800berlin wurde in der zwischen Wunsch und Gewissheit angesiedelten Vorstellung entwickelt, dass lebendige, künstlerisch gestützte Aufklärung ein nachhaltiges und wirkungsmächtiges Instrument gegen Rassismus und Diskriminierung ist. Das Ensemble setzt auf die überraschende Wirkung, die von der Korrespondenz des Komponisten ausgeht. Durch die Korrelation von Bachs Musik, ihrer romantischen Verarbeitung und den lebendigen Schriftzeugnissen Felix Mendelssohn-Bartholdys und Fanny Hensels wird ein ebenso einmaliges wie komplexes gesellschaftliches, familiäres und kulturelles Netzwerk am Beginn des 19. Jahrhunderts sichtbar und hörbar, welches nach ganz Europa ausstrahlte. 

Das ensemble1800berlin stellt seine Projekte auf historischen Instrumenten vor. Außergewöhnliche Klangbalancen und -mischungen, welche für den Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy von größter Wichtigkeit waren und mit modernen Instrumenten nicht mehr darstellbar sind, schaffen neue akustische Verhältnisse im Ensemble und laden das Publikum dazu ein, gängige Hörerwartungen zu hinterfragen. Die geistige Verfasstheit und Sprache jeder Zeit korrelieren eindrucksvoll mit dem speziellen Klangbild ihrer Musik. Aus diesem Grund gestalten die Musiker und Musikerinnen dieses Programm mit historischen Instrumenten aus der Zeit Mendelssohn Bartholdys.

Ticketpreis

Vorverkauf 29 € / Tageskasse 32 €

Veranstaltungsort

Spiegelsaal
Schlossplatz
06366 Köthen