Sonderausstellungen

Die Sonderausstellung „Buddelgötze - Ein Archäologe in Anhalt“ ist vom 15. Mai bis zum 27. November im Köthener Schlosses zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr.

Die Fotoausstellung „Bürgerhaus am Markt“ ist geöffnet während der Veranstaltungen im Veranstaltungszentrum.

Die Ausstellung „Schlosskinder – Kinderschloss“ (bis 15. Mai 2022) ist im Köthener Schlosses zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr.

Kontakt

Christoph Erdmann
Tel: 03496 700 99 274
Email: historisches-museum@schlosskoethen.de

Walther Götze als Kapellmeister

„Buddelgötze – Ein Archäologe in Anhalt“ heißt die Sonderausstellung des Jahres 2022 im Schloss Köthen, die vom 15. Mai bis zum 27. November in den Sonderausstellungsräumen des Schlosses zu sehen ist. Die Prähistorische Sammlung in Köthen ist untrennbar mit Walther Götze (1879-1952) verbunden, der mit seiner Privatsammlung den Grundstein für die Dauerausstellung im Ferdinandsbau legte. Der 70. Todestag des Prähistorikers ist in diesem Jahr Anlass, Götzes Lebenswerk mit einer Sonderausstellung zu würdigen. Gezeigt werden archäologische Funde aus vielen Teilen des ehemaligen Landes Anhalt.

Im Leben Walther Götzes verbinden sich gleichermaßen Begeisterung und Engagement für die Archäologie und die Bereitschaft, sich in den 30er Jahren mit dem Nationalsozialismus zu arrangieren.  Schon seit 1922 befand sich der Autodidakt als Kreiskonservator im Staatsdienst, 1933 ernannte ihn die Anhaltische Staatsregierung zum Professor. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten ergaben sich für ihn berufliche Chancen, die er nutzte. 1937 wurde er Vertrauensmann zum Schutze der Bodendenkmale in Anhalt, nun war er der Archäologe des Landes Anhalt und stand auch der Stiftung Landesmuseum für Früh-und Vorgeschichte Anhalt vor. Doch auch nach seiner beruflichen Laufbahn beauftrage man ihn 1947 damit, die kriegsbedingt beeinträchtigte Sammlung in Köthen neu zu ordnen und zu dokumentieren. Seine handschriftlichen Eintragungen enden im November 1951, ein knappes Jahr vor seinem Tod. 

Bevor Götze einer der bedeutenden Prähistoriker Mitteldeutschlands wurde, arbeitete er nach einem Studium der Musik am Konservatorium in Leipzig als zweiter, später als erster Kapellmeister in Essen, Schweidnitz, Dortmund und Kiel. Neben verschiedenen Streichinstrumenten spielte er Orgel und Cembalo und galt als Virtuose am Flügel.

Die Schau wird begleitet von Sonderführungen und Veranstaltungen.

Auswahl der künstlerischen Arbeiten

„Schlosskinder - Kinderschloss“ ist der Titel einer Sonderausstellung im Köthener Schloss, die bis zum 15. Mai 2022 im Ludwigsbau besucht werden kann. Gezeigt werden die künstlerischen Ergebnisse einer ganz besonderen Aktion, die bis zum Herbst die Kreativität von Kindern und Jugendlichen herausgefordert hat.

Gefragt waren in einer Aktion der Museumspädagogen am Schloss Köthen Entwürfe und Ideen rund um das Schloss und dessen Präsentation im Bereich der Vermittlung. So konnten die Mädchen und Jungen u. a. historische Bildausschnitte zu einem Gesamtbild vervollständigen und vor allem Entwürfe für ein Schloss-Maskottchen einsenden. Mitarbeit, Fantasie und Beteiligung waren gefragt und die große Resonanz auf den Aufruf – es kamen rund 300 Einsendungen – stellte die Museumsmitarbeiter vor ein Problem, denn alle Vorschläge sollen ausgestellt werden. Um die Fülle an künstlerischen Arbeiten der Kinder und Jugendlichen angemessen zu präsentieren, werden während der Ausstellung bis zum 15. Mai die gezeigten Werke einmal im Monat komplett ausgetauscht. Ein mehrfacher Besuch lohnt sich also, allerdings nicht nur deshalb: Die künstlerische und kreative Vielfalt der Arbeiten beeindruckt – von schnörkelloser Grafik bis zur aufwändigen Malerei ist alles dabei.

Eine Fachjury wird zudem die Preisträger beim Maskottchen-Wettbewerb wählen. Dafür wurde eine Vorauswahl von zehn Arbeiten getroffen, die dauerhaft in der Sonderausstellung zu sehen ist. Besucher der Schau haben die Möglichkeit, für ihren Favoriten abzustimmen. Das Ergebnis dieser Publikumsabstimmung fließt später in die Juryentscheidung ein. 

Film zur Fotoausstellung

Der zweite Teil der Fotoausstellung „Bürgerhaus am Markt – 114 Jahre im Wandel“ ist bis 10. Juli 2022 in den Foyers im Veranstaltungszentrum Schloss Köthen zu sehen. Thematisiert wird die wechselvolle Geschichte dieser Köthener Kulturstätte in fotografischen Eindrücken und kurzen Texten.

Im ersten Teil der Ausstellung im Herbst 2019 ging es um die Anfänge des Hauses als privates Konzerthaus und den Wandel in den nächsten Jahrzehnten, zunächst zur Stadthalle bis hin zur Entstehung des Stadttheaters in Köthen mit einem eigenen Ensemble. Der erste Ausstellungsteil endete mit der Auflösung des Ensembles im Jahr 1960. Die nun im Veranstaltungszentrum gezeigte Fotoschau schließt in jenen Jahren an. Der Name „Klubhaus der Werktätigen“ - so hieß das Haus in der Halleschen Straße 80 nun -  blieb allerdings ebenso wie die späteren Bezeichnungen „Kreiskulturhaus“ oder „Bürgerhaus am Markt“ überlagert von einer anderen Bezeichnung: Theater.

Gezeigt werden Momentaufnahmen des Köthener Kulturlebens über mehrere Jahrzehnte, vom „Klub zu zweit“ über große Gastspielvorstellungen bis hin zur „Weihnachtsrevue“ des Tanzstudios „Step by Step“ nach der Wende. Erwähnung findet in der Ausstellung zudem das reiche Kulturleben abseits der Bühne, das im Haus einen Platz hatte, wie beispielsweise die Arbeit des „Malzirkels FK am Theater Köthen“ und der Keramik- oder Textilzirkel. Selbst Stadtfeste wurden von hier aus organisiert. Am Ende des thematischen roten Fadens steht dann auch das Ende des Hauses. Der Abriss des Gebäudes im Jahr 2009 ist Anlass für Erinnerungen an einige Jahrzehnte kulturellen Lebens in der Stadt.

Die Ausstellung wird bis 10. Juli 2022 im Veranstaltungszentrum gezeigt, der Zugang ist bei laufendem Veranstaltungsbetrieb möglich.