Sonderausstellung „1821 - Hahnemann in Köthen"

Öffnungszeiten

Montag geschlossen
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 17 Uhr
Führungen für Gruppen sind nach Absprachen auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Eintrittspreise

Schlosskarte (alle Museen) 6 Euro
Schlosskarte ermäßigt 4 Euro
Schlosskarte Gruppe, je Person 4 Euro

Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr kostenlos, an jedem ersten Freitag im Monat ist der Eintritt in die Museen kosten- frei. Mit der WelterbeCard erhalten Besucher einmalig freien Eintritt in die Museen im Schloss Köthen.

Kontakt

Christoph Erdmann
Tel: 03496 700 99 274
Email: historisches-museum@schlosskoethen.de

Reiseapotheke Samuel Hahnemanns

Im April 1821 wurde Dr. Samuel Hahnemann die Erlaubnis erteilt, sich in Köthen niederzulassen. Der Begründer der Homöopathie fand nach einem rastlosen Leben in ganz Deutschland mit der anhaltischen Residenzstadt einen Ort, in dem er 14 Jahre lang seine Wissenschaft weiterentwickelte und praktizierte. Hahnemanns Ankunft in Köthen nimmt das Historische Museum im Schloss Köthen 200 Jahre später mit der Sonderausstellung „1821 - Hahnemann in Köthen“ in den Blick, die am 13. Juni eröffnet und bis Ende November 2021 im Schloss Köthen gezeigt werden soll. Die Schau widmet sich Samuel Hahnemanns Wirken in der Stadt, beleuchtet Aspekte seiner Arbeit als Arzt - aber auch den Privatmann und Anekdoten, die sich um den Mediziner ranken.

Der sächsische Mediziner, Schriftsteller und Übersetzer Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755-1843) gilt als Begründer der klassischen Naturheilkunde, ab 1807 „Homöopathie“. Hierbei verstand er eine Krankheit als eine durch negative Reize hervorgerufene Körperreaktion; daraus entwickelte Samuel Hahnemann 1790 die Ähnlichkeitsregel: „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“, wonach natürlich wirkende Arzneimittel in geringer Konzentration gegen die Krankheiten eingesetzt werden, die sie in hoher Dosierung hervorrufen würden. Ab 1798 wandte er sich gegen die „Allopathie“ und damit gegen Therapien mit Substanzen, welche lediglich gegen die Symptome gerichtet waren. Trotz großer Kritik durch die Ärzteschaft konnte er von 1811 bis 1821 als Dozent für Pharmakologie an der Universität Leipzig wirken. In zahlreichen Experimenten und als praktizierender Arzt entwickelte er seine Entdeckungen zu einer natürlichen Heillehre weiter, die er in seinem Hauptwerk „Organon“ zusammenfasste. Von 1841 bis 1843 schrieb er in Paris die sechste und letzte Auflage des „Organon“, das mit den LM-Potenzen heute als ein Standardwerk der frühen Homöopathie gilt.

„Welthauptstadt der Homöopathie“ – so wird Köthen gern von Besuchern genannt. Es gibt einige überzeugende Gründe für diese Behauptung. Auf Einladung von Herzog Friedrich Ferdinand von Anhalt-Köthen ließ sich Hahnemann mit seiner Familie 1821 in Köthen nieder, wo er bis 1835 lebte und u.a. die Schrift „Die chronischen Krankheiten“ veröffentlichte. Mit der Ernennung zum Hofrat sorgte der Herzog für Hahnemanns Schutz und räumte ihm alle Freiheiten ein, die dieser brauchte, um forschen und arbeiten zu können. Dreh- und Angelpunkt dafür war das bis heute erhaltene Haus in der Wallstraße. Gäste aus der ganzen Welt pilgern dorthin. Nach dem Tod seiner ersten Frau (1830) heiratete Hahnemann zu Jahresbeginn 1835 Melanie d'Hervilly, mit der er sich in Paris niederließ. Wer sich heute auf die Spuren Hahnemanns in Köthen begibt, stößt auch auf Dr. Arthur Lutze, der als Quereinsteiger in die Homöopathie in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Köthen kam und eine florierende Klinik eröffnete, welche als Gebäude bis heute steht.

Mit dieser neuen Sonderausstellung im Schloss Köthen präsentieren sich die drei Räume im Ludwigsbau in einer neuen Optik, die den drei Ausstellungsschwerpunkten – Stadt, Praxis und Privatmann – Rechnung trägt. Die Gestaltung lag in den Händen des Studios Neue Museen Berlin/Halle, das mit seinem Farbkonzept in den Tönen Quarzrose, Barock Bleu und Anthrazitrot die Ausstellungsräume ebenso überraschend verwandelt hat wie mit dem Ausstellungsmobiliar, das die Beschäftigung und Arbeitsförderung in Köthen (KöBeG) umsetzte und damit die Museen unterstützte. Zur neuen Sonderausstellung erscheint eine 80-seitige, kostenlose Begleitbroschüre, die die gesamten Ausstellungstexte beinhaltet. Zudem können die Besucher im Museumsraum, der sich dem Privatmann Hahnemann widmet, verweilen und einen rund viertelstündigen Animationsfilm anschauen. Auf unterhaltsame Weise erfahren die Gäste darin mehr über Hahnemanns Leben. Ermöglicht wurde diese Produktion durch die finanzielle Unterstützung mehrerer Sponsoren.

Szene aus dem Hahnemann-Film

Zu besichtigen ist die Ausstellung bis 29. November 2021 zu den Museumsöffnungszeiten, dienstags bis sonntags, jeweils von 10 bis 17 Uhr (letzter Einlass 16.30 Uhr).

Zur neuen Sonderausstellung ist eine 80-seitige, kostenlose Begleitbroschüre erschienen, die die gesamten Ausstellungstexte beinhaltet. Zudem können die Besucher im Museumsraum, der sich dem Privatmann Hahnemann widmet, verweilen und einen rund viertelstündigen Animationsfilm anschauen. Auf unterhaltsame Weise erfahren die Gäste darin mehr über Hahnemanns Leben. Ermöglicht wurde diese Produktion von NXDRF.DE durch die finanzielle Unterstützung mehrerer Sponsoren.

Der Schauspieler Andreas Jung gastiert am 24. September mit seinem Ein-Mann-Stück „Hahnemann und Klockenbring“ im Veranstaltungszentrum und schlüpft in die Rolle des Polizeipräsidenten von Hannover, Friedrich Arnold Klockenbring, der an einer Psychose litt und beim Homöopathen Hahnemann Hilfe suchte. 1792 wendete der Arzt sein Ähnlichkeitsprinzip erstmalig bei einem psychisch Kranken an.

Für die Sonderausstellung wurd ein viertelstündiger Animationsfilm produziert. Auf unterhaltsame Weise erfahren die Gäste darin mehr über Hahnemanns Leben. Ermöglicht wurde diese Produktion von NXDRF.DE durch die finanzielle Unterstützung mehrerer Sponsoren. Den Film sowie einen weiteren mit Interviews der Ausstellungsmacher kann man sich auch auf dem Youtube-Schlosskanal anschauen.

Samuel Hahnemann (Buntglasfenster aus der Lutzeklinik)

Der sächsische Mediziner, Schriftsteller und Übersetzer Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755-1843) gilt als Begründer der klassischen Naturheilkunde, ab 1807 „Homöopathie“. Hierbei verstand er eine Krankheit als eine durch negative Reize hervorgerufene Körperreaktion; daraus entwickelte Samuel Hahnemann 1790 die Ähnlichkeitsregel: „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“, wonach natürlich wirkende Arzneimittel in geringer Konzentration gegen die Krankheiten eingesetzt werden, die sie in hoher Dosierung hervorrufen würden. Ab 1798 wandte er sich gegen die „Allopathie“ und damit gegen Therapien mit Substanzen, welche lediglich gegen die Symptome gerichtet waren. Trotz großer Kritik durch die Ärzteschaft konnte er von 1811 bis 1821 als Dozent für Pharmakologie an der Universität Leipzig wirken. In zahlreichen Experimenten und als praktizierender Arzt entwickelte er seine Entdeckungen zu einer natürlichen Heillehre weiter, die er in seinem Hauptwerk „Organon“ zusammenfasste. Von 1841 bis 1843 schrieb er in Paris die sechste und letzte Auflage des „Organon“, das mit den LM-Potenzen heute als ein Standardwerk der frühen Homöopathie gilt.

Hahnemann-Haus in der Wallstraße

„Welthauptstadt der Homöopathie“ – so wird Köthen gern von Besuchern genannt. Es gibt einige überzeugende Gründe für diese Behauptung. Als Begründer der Homöopathie als moderne Wissenschaft wird Dr. Samuel Hahnemann (1755–1843) weltweit anerkannt und geehrt. Auf Einladung von Herzog Friedrich Ferdinand von Anhalt-Köthen ließ sich Hahnemann mit seiner Familie 1821 in Köthen nieder, wo er bis 1835 lebte und u.a. die Schrift „Die chronischen Krankheiten“ veröffentlichte. Mit der Ernennung zum Hofrat sorgte der Herzog für Hahnemanns Schutz und räumte ihm alle Freiheiten ein, die dieser brauchte, um forschen und arbeiten zu können. Dreh- und Angelpunkt dafür war das bis heute erhaltene Haus in der Wallstraße. Gäste aus der ganzen Welt pilgern dorthin. Nach dem Tod seiner ersten Frau (1830) heiratete Hahnemann zu Jahresbeginn 1835 Melanie d'Hervilly, mit der er sich in Paris niederließ. Wer sich heute auf die Spuren Hahnemanns in Köthen begibt, stößt auch auf Dr. Arthur Lutze, der als Quereinsteiger in die Homöopathie in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Köthen kam und eine florierende Klinik eröffnete, welche als Gebäude bis heute steht.

Innenraum im Hahnemann-Haus

Das Hahnemann-Haus (Wallstraße 47) in Köthen, das von einem Verein betrieben wird, ist einer jener sehr bedeutsamen Standorte, in denen Kultur und Zeitgeschichte ganz besonders intensiv erlebbar werden. Hier wohnte von 1821 bis 1835 der deutsche Arzt, Apotheker und Chemiker Dr. Samuel Hahnemann [*1755 in Meißen - gest. 1843 in Paris] als Begründer der weltweit verbreiteten homöopathischen Therapielehre. Hier schuf er bedeutende Werke wie z. B. sein Organon. Basierend auf den Lehren von Hippokrates und Paracelsus entwickelte er eine ganzheitliche Betrachtungsweise des Patienten und die Weiterentwicklung des Simile-Prinzips (Similia similibus curentur / Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden / Like cure like).

Viele Jahrzehnte war die einmalige Wirkstätte Hahnemanns in Köthen fast vergessen.  Das Haus wurde als Wohnhaus genutzt. Um es wieder als lebendigen Bestandteil der Homöopathie präsentieren zu können, regte Karl-Heinz Gebhardt, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Homöopathie–Hahnemannhaus-Gesellschaft, den Kauf des Hauses an, was 1994 gelang. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten sind Dach, Dachgauben und das Fachwerk erneuert. Die Original-Haustür ist restauriert. Das gesamte äußere Erscheinungsbild ist wiederhergestellt und der Garten ist neu angelegt. Im Haus befindet sich eine homöopathische Arztpraxis und ein Teil der Räumlichkeiten ist als Museum der Öffentlichkeit zugänglich. Man hat fast das Gefühl, als wenn die Hahnemanns noch heute geschäftig im Haus zu Gange wären.